Anfänge
Geschichte
Stacy Peralta
Stacy Peralta

Als in den 1950er Jahren kalifornische Surfer auf die Idee kamen an verkleinerten Surfbrettern Rollen und Achsen von Rollschuhen anzubringen war der erste Vorläufer des heutigen Skateboards geboren; damals noch unter dem Begriff „Asphaltsurfer“ bekannt, wurden bevorzugt barfüßig Strandpromenaden unsicher gemacht.
Anfang der 60er Jahre etablierte sich Skateboarding als eigenständige Sportart. Kurze Zeit später startet auch die industrielle Skateboardproduktion und das Drucken von ersten Skateboardmagazinen; die ersten Meisterschaften fanden 1965 in Arnheim (Kalifornien) statt.

Poolskating
Geschichte

Da das Skaten in vielen Städten verboten war, fanden die Skater bald einen anderen Ort, auf welchem sie ihrer Leidenschaft nachgehen konnten; leere Swimmingpools, welche nicht nur gerade Flächen zum Boden hin aufzeigten, sondern auch gerundete Seitenwände besaßen. Daraus folgend entwickelte sich schnell eine neue Disziplin zu den schon vorhanden Slalom, Freestyle, Downhill, Hoch- und Weitsprung hinzu: das Vertskaten (Skaten in Rampen).

70er
Geschichte

In den 70er Jahren erfuhr das Skateboarden, aufgrund neuer technischer Innovationen einen Aufschwung: Rollschuhrollen wurden durch Polyurethan Rollen ersetzt und vermittelten somit eine bessere Bodenhaftung sowie schnellere Geschwindigkeit. In Folge dessen brach eine regelrechte Skateboardmanie aus. Das Vertskaten wurde bald zur populärsten Disziplin, zu der mehr und mehr akrobatische Elemente hinzukamen. Als kurze Zeit später die Bretter von 19cm auf 25cm Breite vergrößert wurden, waren immer mehr Tricks möglich, die vorher auf Grund der fehlenden Standfestigkeit unmöglich gewesen wären. 1975 schwappte die Welle dann auch endlich nach Europa und Deutschland über. München war zu dieser Zeit die Hochburg des Skateboardings, was nicht zuletzt der Grund war, aus welchem die ersten Skateboardmeisterschaften gerade hier veranstaltet wurden. Auch der Dachverband Deutscher Skateboarder (DDS) hatte seinen Sitz in der bayerischen Metropole, doch schon 1978 flaute der Skateboardboom in Deutschland wieder ab: Magazine verschwanden, der DDS löste sich auf und nur einige wenige Skater blieben ihren Brettern treu und stiegen nicht auf die konkurrierenden Rollerskates um.

80er
Geschichte

In den 80er Jahren schien das Skateboarding in den USA fast vollständig von der Bildfläche verschwunden zu sein, Skateparks schlossen und die Skateboardproduktion wurde weitgehend eingestellt. Nur einer kleinen Gruppe von Skateboard-Freaks ist es zu verdanken, dass der einst so trendige Sport nicht völlig in Vergessenheit geraten ist; Sie veröffentlichten weiterhin Magazine, veranstalteten kleine Events, verbesserten die Technik und Tricks und entwickelten eine neue eigenständige Disziplin; die Halfpipe. Eine weitere Disziplin entwickelte sich daraus, dass sich die Skater auch in den Städten auf der Straße mit ihren Boards bewegen wollten und ihnen das reine Fortbewegen nicht genügte. Vielmehr wollte man das Können anwenden ohne auf künstliche Anlagen angewiesen zu sein. Man nutzte Geländer, Stufen, Schrägen und Bänke um Höhenunterschiede durch Springen zu überwinden, weiterhin wurden Tricks aus dem Vertikalskating übernommen und auf die Straße üertragen, daraus begründeten sich die Wettkampfdisziplinen Streetskatings und Streetstyle. Die neuen Disziplinen waren es letztendlich auch, die Mitte der 80er Jahre einen zweiten Skateboardhype auslösten, während alte Disziplinen wie Hoch- und Weitsprung sowie Slalom verschwanden. Zu den Disziplinen Freestyle, Halfpipe und Streetstyle kam noch die Miniramp hinzu. Der Basistrick des modernen Skateboardens ist der Ollie, der es ermöglicht mit dem Board zu springen. Daran anknüpfen und damit verbinden lassen sich dann die verschiedenen Grinds/Slides (z.B. 50/50, Boardslide etc.) und die vielen Fliptricks (z.B. Kickflip, Heelflip oder 360°Flip).

Ollie | Kickflip | 50/50 Grind
Könige
Geschichte

Skateboarding fundierte nun endgültig zu einem Wettkampfsport aus dem gut bezahlte Profis und gleichermaßen Kultfiguren hervorgehen. Als König des Vertskatens könnte man beispielsweise den 11-maligen Weltmeister Tony Hawk bezeichnen, welcher zahlreiche neue Tricks erfand und das Skaten in der Halfpipe, nicht zuletzt durch den 900° Turn, in neue Dimensionen brachte. Sein Pendant im Streetskaten und der Erfinder von über 250 Tricks ist Freestyle-God Rodney Mullen, der in Sachen Tricks und Kombinationen bis heute unerreicht bleibt.

Deutschland
Geschichte

In Deutschland etablierte sich Münster als neue Hochburg des Skateboardings, seit 1982 fand hier der „Münster Monster Mastership“ statt, welcher ab 1989 als offizielle Weltmeisterschaft galt und bis 2005 jährlich mehr als 18000 Zuschauer in seinen Bann zog. Nebenbei finden Deutschlandweit noch unzählige weitere Contests und Veranstaltungen rund ums Skateboarden statt, seit der Jahrtausendwende befindet sich der Sport wieder etwas im Aufwärtstrend. Der Star der deutschen Skateboardszene war in den 80er- Jahren Claus Grabke, welcher 19 deutsche Titel in verschiedenen Disziplinen gewann und als einziger Deutsche auch in den USA als Profi Fuß fassen konnte.

Brands
Geschichte

Im Zuge der Entwicklung des Skateboardens haben sich über die Jahrzehnte mehr oder weniger populäre Skatebrands herausgebildet, welche in den meisten Fällen sehr eng mit der Szene verbunden sind und oft auch selbst von Szenemitgliedern gegründet oder auch geführt werden. Erst durch das Sponsoring der Fahrer und durch die Veranstaltung diverser Events konnte Skateboarden überhaupt professionell und bekannter werden. Skatebrands der ersten Stunde waren beispielsweise Vans Shoes, Powell Skateboards oder auch Independent Truck Company. Mittlerweile gibt es unzählige Firmen die von der Skateboardszene profitieren und sie zugleich unterstützen, die größten sind Element Skateboards, DC und Etnies.