High-Cut, Cupsohle oder vulkanisiert? Veloursleder oder doch lieber Canvas? Polyurethansohle? Hä? Vielleicht doch ein Low-Cut Schuh?Es ist eine Wissenschaft für sich, den perfekten Skateschuh zu entwickeln und fast genauso schwierig, sich für einen zu entscheiden. Hersteller wie Vans, Etnies, DVS, C1RCA, Globe, Lakai und Emerica entwickeln ihre Technologien immer weiter. Viele Schuhe werden speziell für das Skaten entworfen, so solltest du bei der Auswahl darauf achten, dass sie auch deinem Skatestyle entsprechen.

Damit du in dem ganzen Technisierungswirrwarr nicht den Überblick verlierst, weihen wir dich jetzt in das Geheimnis des perfekten Skateschuhs ein und erklären dir dabei, was du beim Kauf deines nächsten Paares unbedingt beachten solltest. Denn die richtige Auswahl verbessert nicht nur dein Boardfeeling, sondern hilft dir auch Verletzungen wie Bänderrisse oder Stauchungen zu vermeiden.

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Sohle

Cupsohle oder vulkanisierter Schuh?

Grundlegend unterscheidet man bei Skateschuhen zwischen zwei Sohlenkonstruktionen: Der Cupsohle und der vulkanisierten Sohle. Das Besondere an der Cupsohle ist, dass die Sohle fest an den Oberschuh geklebt und zusätzlich mit ihm vernäht ist. Da sie außerdem aus einem Stück gefertigt wird, ist sie besonders stabil und bruchfest. Cupsohlen sind vor allem dann zu empfehlen, wenn du viele Gaps oder Stufen springst, da die dicke Polyurethansohle die Belastungen beim Landen gut dämpft. Aufgrund der dicken Sohle sind diese Schuhe jedoch schwerer, härter und weniger flexibel als ihre Konkurrenten.

Genau darin liegt der Vorteil der Schuhe mit vulkanisierter Sohle. Dank ihrer wesentlich dünneren Sohle sind sie bedeutend leichter und flexibler und ermöglichen dir dadurch ein wesentlich besseres Boardfeeling. Du kannst direkt nach dem Kauf losrollen und musst sie nicht erst einfahren. Ihre Schwachstelle ist, dass die einzelnen Gummibestandteile der Sohle lediglich miteinander verklebt und mit einem schmalen Gummistreifen an den Oberschuh geklebt sind. Daher nutzen sie sich verhältnismäßig schnell ab. Ebenso dämpfen sie aufgrund der dünnen Sohle wesentlich schlechter als die Cupsohle. Da die Sohle weicher ist als bei einem Schuh mit Cupsohle ist die Abreibung natürlich ebenfalls höher.

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Cut

High-Cut oder Low-Cut?

Bei der Form der Schuhe gehen die Meinungen stark auseinander. Die einen fahren seit Jahren High-Cuts, die anderen haben nur in Low-Cuts wirklich Spaß. Hierbei ist sicher auch der Stylefaktor ein ausschlaggebendes Kriterium.

High-Cuts sind hohe Schuhe, die über deinen Knöchel gehen und diesen umfassen. Daraus ergibt sich, dass dein Fuß wesentlich stabiler im Schuh steht, was dich vor Verletzungen schützt. Viele Fahrer fühlen sich aber durch die Höhe der Schuhe, stark in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt vor allem bei Fliptricks.

Deshalb greifen sie ausschließlich zu flachen Schuhen die unterhalb des Knöchels aufhören, den Low-Cuts. Diese Schuhe sind leichter und ermöglichen dir aufgrund der niedrigeren Höhe einen größeren Bewegungsradius. Dennoch trägt beides zu einem positiven Boardfeeling bei.

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Material

3. Polsterungen, Nähte und Obermaterial

Nicht nur die Höhe deines Schuhs und die Dicke der Sohle, sondern auch Polsterungen können dir helfen, Verletzungen vorzubeugen. Außerdem erhöhen sie zugleich den Komfort deines Schuhs. Vor allem die Bereiche um deinen Knöchel, die Achillesferse und die Zunge des Schuhs sollten ausreichend gepolstert sein. Aber auch hier gilt: je mehr Polsterung, desto schwerer ist dein Schuh und desto schlechter das Boardfeeling. Deine Fußform ist an dieser Stelle auch nicht ganz unbedeutend. Bei einem schmaleren Fuß solltest du eher auf ein leichteres Paar Schuhe zurück greifen, um einen sicheren Halt zu gewährleisten.

Zudem solltest du beim Kauf deiner nächsten Skateschuhe darauf achten, dass die Schuhe an den für Verschleiß anfälligsten Stellen besonders gut verstärkt sind. Insbesondere im Bereich der Kappe und der Ferse sollten die Schuhe zwei- oder dreifach vernäht und damit strapazierfähig sein. Zusätzlich sind viele Schuhe im Ollie-Bereich mit Kreuznähten verstärkt, da sich dieser Bereich durch das Griptape besonders schnell abnutzt.

Das Material sollte im Bereich der Ferse und der Kappe besonders strapazierfähig sein und sich nicht so schnell durch das Griptape abreiben lassen. Skateschuhe bestehen aus Leder, Textilmaterialien oder diversen synthetischen Materialien.

3.1
Material

Leder

Bei Leder wird zwischen Glattleder, Nubuck, Veloursleder (Wildleder) und beschichtetem Leder unterschieden. Glattleder besteht aus der ersten Hautschicht und ist meist relativ dünn. Die Struktur der Haut ist auf der Oberfläche zu sehen. Nubuck ist aufgerautes Glattleder mit einer samtigen Oberfläche. Veloursleder (Wildleder) besteht aus der dicken Lederhaut und ist sehr robust. Die Oberfläche ist stark aufgeraut. Es ist dehnfähig, wird weicher und ist wasserdurchlässig. Schuhe aus Leder erkennst du am rechts stehenden Zeichen.

Beschichtetes Leder ist Glattleder mit Farbauftrag oder einer zusätzlichen künstlichen Schicht. Schuhe aus beschichtetem Leder erkennst du am rechts stehenden Zeichen.

3.2
Material

Textil

Textilien umfassen alle gewebten, gestrickten und gebundenen Materialien. Hierzu zählen natürliche Fasern (Tier- und Pflanzenprodukte wie Wolle oder Flachs) und synthetische Fasern (z.B. Viskose oder Nylon). Schuhe aus Textilmaterialien erkennst du am rechts stehenden Zeichen.

3.3
Material

Kunstleder

Hierzu gehören synthetisch hergestellte Materialien aller Art wie zum Beispiel synthetisch hergestelltes Leder (Kunstleder). Es besteht in der Regel aus kunststoffbeschichtetem Textilgewebe und ist echtem Leder in Struktur und manchmal auch im Geruch nachempfunden. Schuhe aus künstlichen Materialien erkennst du am rechts stehenden Zeichen.

Veloursleder wird zum Beispiel häufig an der Schuhspitze eingesetzt, da es besonders griffig ist. Canvas (Leinenstoff / Textil) hält der Reibung des Griptapes bei weitem nicht so lange stand wie Schuhe aus Velours- oder Glattleder. Deshalb solltest du vorher überlegen, wofür du welchen Schuh benutzten möchtest.

Den Tierfreunden unter euch sei an dieser Stelle gesagt, dass es mittlerweile auch immer mehr vegane Skateschuhe bei uns im Shop gibt. Wir vergewissern uns dabei sehr genau, ob Schuhe frei von tierischen Produkten und damit vegan sind – sowohl beim Material als auch beim verwendeten Kleber. Sollte der Hersteller keine genauen Angaben machen oder sollten wir Zweifel bei den verarbeiteten Materialien haben, werden die Schuhe nicht in dieser Kategorie angezeigt.

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Passform

Passform und Größe

Neben der ganzen Technik ist und bleibt aber das Wichtigste, dass dir dein Schuh richtig gut passt und dir natürlich auch gefällt. Deine Schuhe sollten nicht so groß sein, dass du darin “schwimmst”, sie sollten aber auch nicht so klein sein, dass sie drücken. Hier gilt die alte Faustregel: An der Spitze deines Schuhs sollte ungefähr eine Daumenbreite Platz sein, damit du genügend Spielraum hast und dich der Schuh nicht einengt.
Wenn deine Füße eher schmal sind, solltest du nicht unbedingt zu breiten, klobigen Schuhen greifen. Sind deine Füße eher breit, dann wirst du wahrscheinlich mit schmal geschnittenen Schuhen keinen Spaß haben, denn diese können an den Zehen und den Knöcheln unangenehm drücken.
Die Schnittform erkennt man gut an der Sohle, welche als Produktbild in der Artikelbeschreibung dargestellt wird. Ein breiter Schuh geht am Mittelfuß nicht so eng zusammen und ist somit super für breite Füße oder lässiges Tragen geeignet. Ein schmaler Schuh wird am Mittelfuß enger und bietet dadurch einen stabileren Halt sowie einen gesünderen Stand.
Bezüglich des Styles hast du die Qual der Wahl. Es sei lediglich gesagt, dass du dich nicht zu sehr von der Optik und deinem Umfeld beeinflussen lassen solltest, denn du musst dich mit deinen Schuhen wohlfühlen.

Beim Kauf solltest darauf achten, dass die EU-Größen nicht immer mit den amerikanischen Größen übereinstimmen, weil sie von Hersteller zu Hersteller etwas abweichen. Teilweise fallen die Größen bei Marken unterschiedlich groß oder klein aus. Weiterhin variiert die Größe auch aufgrund der Polsterung und der Schnittform.

In unserem Shop verwenden wir ausschließlich US-Größenangaben. Die Größentabelle in den Produktbeschreibungen hilft dir bei der Auswahl der passenden Größe. Solltest du dir trotzdem nicht sicher sein, welche Größe du brauchst, kontaktiere einfach unseren Kundenservice.

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Schnürsenkel

Schnürsenkel

EDa sich nicht nur die Oberschuhe und die Sohle, sondern auch die Schnürsenkel schnell durch das Griptape abnutzen, ist es hilfreich, zu gewachsten Schnürsenkeln zu greifen. Metall- oder Kunststoffösen erhöhen die Lebensdauer zusätzlich.

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Schnürsenkel

6. Herausnehmbares Fußbett

Du trägst Einlagen? Wir prüfen bei jedem Schuh, ob das Fußbett herausgenommen werden kann und vermerken dies in der Artikelbeschreibung unter “Features”. Wenn bei der Beschreibung keine Information bezüglich des Fußbetts steht, dann ist die Einlegesohle verklebt oder vernäht und nicht herausnehmbar.

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Schutz

7. Schutz vor Verschleiß

Um deinen Oberschuh vor Verschleiß zu schützen, kannst du vor Gebrauch eine dünne Schicht Sekundenkleber auf die am meisten beanspruchten Nähte aufstreichen. Du wirst merken, dass diese dann wesentlich länger halten. Wenn es dafür schon zu spät ist, ist Shoe-Goo ein wahres Wundermittel. Damit kannst du kleine Löcher in deinen Lieblingsskateschuhen stopfen und somit die Lebensdauer verlängern.Du kannst auch schon vorbeugend zur längeren Lebensdauer deiner Treter beitragen. Achte darauf, dass deine Schuhe immer ordentlich geschnürt sind, um das Schlürfen und Schlappen zu vermeiden. Das schont nicht nur die Außensohle des Schuhs, sondern auch deine Gelenke. Außerdem solltest du deine Schuhe immer ordentlich auf- und zubinden und nicht einfach herausschlüpfen. Die Polsterung, die Fersenverstärkung und die Nähte deines Schuhs werden es dir danken. Ein herkömmliches Imprägnier-Spray trägt ebenso zu einer längeren Haltbarkeit deiner Schuhe bei und deine Füße bleiben auch bei schlechtem Wetter trocken.

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Pflege

8. Pflegehinweise

Schuhe brauchen natürlich auch Pflege – nicht nur aus Stylegründen, sondern auch damit ihre Lebensdauer verlängert wird. Dabei solltest du ein paar Grundregeln beachten.Du solltest deinen Schuh grundsätzlich mit einer weichen Bürste oder einem leicht feuchten Lappen säubern. Mit dem Lappen solltest du eher tupfen anstatt zu reiben, da du den Schmutz ansonsten in das Obermaterial einarbeitest. Die Außensohle reinigst du am besten mit klarem Wasser, oder einem leichten Reinigungsmittel wie Kernseife oder Bauarbeiter-Handwaschpaste. Auf Reinigungsmittel mit aggressiven Inhaltsstoffen wie Alkohol, Aceton etc. solltest du unbedingt verzichten, da dies zu Verfärbungen und Schäden an Kleber und Imprägnierung führen kann.

Übrigens: Schuhe in die Waschmaschine zu stecken, ist ein absolutes No-Go! Deine Schuhe werden dadurch zwar äußerlich sauber, aber du ruinierst hierbei Polsterung, Imprägnierung und Kleber. Im schlimmsten Fall verformen sich deine Schuhe und fühlen sich absolut unskatebar an.